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Freitag, 11. August 2006

Ein typischer Arbeitstag ....

Von wirsindwech, 14:32

Weil mir grad' so ist nur ein wenig blabla, bis ich wieder arbeitsfaehig bin.

Sicher es gibt Ausnahmen - aber ich frage mich ob der allgemeine "Grieche" an sich nicht ab und an das Beduerfnis hat, sich nicht das immerselbe immer wieder sagen lassen zu muessen. Warum er mit Begeisterung in die Krise rennt, um dann nur zu jammern und sich zu bedauern - und in endlosen Meetings das immerselbe zu besprechen und zu beschliessen. Um es dann wieder nicht zu umzusetzen. Und zwar mit der Begruendung, dass es ja eh nicht klappt, wie man ja saehe.

Ich frag mich auch weshalb der Grieche an sich so gern an umstaendlichen und womoeglich gesundheitsschaedlichen Methoden festhalten will. Es scheint die Angst vor dem Neuen zu sein, die diese Profis davon abhaelt, mit einfacheren und besseren Methoden zu arbeiten. Aber immerhin haben sie ja akzeptiert, sich ins Auto zu setzen, weil das schneller und bequemer als der Esel ist. Und sie tragen Schuhe an den Fuessen, weil das schmerzfreier ist. Warum also die ganze anstrengende, zeitraubende Umstaendlichkeit?

Mir will auch diese Lust am Krisenmanagement nicht in den Sinn. Ok, hab oft genug gehoert "was interessiert mich ein Problem, das ich *moeglicherweise* morgen haben werde denn schon heute?" und ich bin immer wieder fasziniert, das die Lernfaehigkeit aus Fehlern gegen null, wenn nicht sogar unter null geht. Erst dachte ich, sie lieben das Problem und die Krise, hab mich aber davon ueberzeugen lassen, dass es eher die Hoffnung ist, die sie treibt. Die Hoffnung, dass ein Wunder geschieht und kein Problem auftaucht. Und wenn es noch so klar vorherzusehen ist.

Aber kann man denn nicht wenigstens lernen, dass vorhersehbare Probleme die Eigenschaft haben, Realitaet zu werden, es sei denn, man tut was dran? Wie stark ist die Wunderglaeubigkeit des Griechen wirklich?

Und dann jammern sie, dass nicht anerkannt wird, wie hart sie doch arbeiten - wenn alles zu spaet ist. Wenn sie den Karren tief und den Dreck gefahren haben und ihn nicht mehr rauskriegen, so sehr und so lange sie sich auch bemuehen. Ist so, als wenn einer auf ein Schlammloch zufaehrt, in der Hoffnung, seine Kutsche koennte ploetzlich schwimmen. Warum biegt der Kutscher nicht vorher ab oder ergreift sonst irgendeine Massnahme? Warum steckt er alle paar Meter im Schlamm fest und wundert sich, dass andere viel erfolgreicher sind, weil sie eine andere Strecke fahren?


Nur ein Beispiel: 4 Leute sitzen fuer 2,5 (ZWEIEINHALB) Stunden zusammen, um zu besprechen, ob der Fahrer morgen frueh erst nach A und dann nach B fahren soll oder erst nach B und dann nach A. Haette nicht viel gefehlt und sie haetten einen Unterausschuss gegruendet. Das Beste war: sie haben den Fahrer hinterher nicht informiert und so fuhr der... nirgendwo hin *gacker*. Da war danach dann aber gleich ein weiteres Meeting faellig.

Nun denn. In einem tue ich es meinen Kollegen tatsaechlich gleich: Es ist gleich 3Uhr und somit so gut wie Feierabend. Ich werde meine Kaffeetasse nehmen und im Schneckentempo zur Spuele gehen, um sie abzuwaschen. Bis dahin ist es halb 4, spaetestens jetzt muss ich anfangen, meinen Schreibtisch aufzuraeumen. Hoffentlich schaffe ich das auch in einer halben Stunde, schliesslich muss ich ueber jeden Bleistift einzeln nachdenken und wo ich ihn wohl heute lagern werde...


Jaja, der Weg ist weit nach Europa und voller, voller Stolperfallen...

Danke fuer's zuhoeren.
 

 

*wink*

PS: Sorry, Ioanni, Jorgo, etc. es gibt auch Ausnahmen - aber hier ist das so.


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