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Erfahrungsbericht
Es ist mal wieder an der Zeit, einen kleinen Schwang aus dem Alltagsleben abzugeben. Vor kurzem hatten wir ja berichtet, was einem der Arbeitsalltag so bringt.
Einkaufen ist z.B. immer so ein Highlight, denn als Kunde hat man doch oft das Gefühl ein notorischer Störer der Raucher- und Frappépausen des anwesenden Personals zu sein (obwohl das auch kein großer Unterschied zu D ist).
Richtig interessant wird es allerdings erst an der Kasse. Dort geht nämlich unter Garantie etwas schief (und warum ist der griechische Wein hier eigentlich teurer wie in D?).
Erstaunlich ist, wie langsam man einscannen kann, ohne dass einem der Arm einschläft. Dann ist es so weit, die Artikelnummer geht nicht, oder auf den abgewogenen Tomaten steht Banane auf dem Etikett. Jetzt passiert etwas ganz Interessantes, die Dame an der Kasse nimmt nicht etwa einen Telefonhörer in die Hand, um die betreffende Abteilung auszurufen oder informiert die daneben stehende Info, damit weiterkassiert werden kann. Nein, man läuft in Zeitlupe durch den Markt, um den Vorgang zu klären. Und kehrt dann zum Glück noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück.
Ich habe inzwischen entnervt die Kasse gewechselt, was sich als kapitaler Fehler erweisen sollte, denn das Schneckentempo war das gleiche, dazu addierte sich aber noch die Idiotie, der vor mir stehenden Kunden, die irgendwie Bedarf hatten, ihren Einkauf künstlich in die Länge zu ziehen. Dies taten sie sehr geschickt, in dem sie erstmal warteten, bis alle Waren über das Band rollten. Die Frau wollte zwischenzeitlich den Einkaufswagen rausschieben, was aber nicht so einfach war, da sich ihr Mann keinen Milimeter beiseite bewegte. Nach dem Bezahlen fing der Mann dann, da seine Frau mit Rumstehen beschäftigt war, an die Einkäufe seelenruhig in 3724 Plastiktüten zu verstauen. Arrrrgggghhhhhh!!!!!!!!!
Und teuer ist es. Der Einkauf beim Lidl in GR ist wirklich teurer wie beim Lidl in München.
In D ist wie in vielen Ländern die Chance genutzt worden, durch die Euroumstellung verschiedene Dinge zu verteuern. Landläufig und gefühlt, ist man der Meinung dass Dinge, die früher eine DM gekostet haben, heute einen Euro kosten. Also ein Faktor von 1 : 2.
In GR gilt dieser Faktor nicht, vielmehr scheint es eine 1 : 3 Regelung, bei der Umrechnung zur guten alten Drachme hin gegeben zu haben (die Olympischen Spiele haben den Umrechnungsfaktor sicher auch noch beeinflusst).
Interessanterweise haben z.B. Dienstleistungen immer einen runden Betrag:
Arztbesuch: mindestens 50,-€
Sickergrube absaugen: 70,-€ (egal wie voll die ist)
Garten pflegen: 80,-€
Wer ausserdem meint, dass man in Griechenland so gut fischen essen kann irrt sich nicht - denn den gibt es ja sozusagen vor der Haustür. Und der Fisch ist wirklich toll. Nur nicht die Preise - die kommen einem vor als würde der Fisch vom "Cap der Guten Hoffnung" kommen. Nicht allerdings der Service....
Apropos Dienstleistung: In unser Nachbarschaft haben viele einen Gärtner beauftragt (wir nicht!), Blätter und sonst irgendwelchen Unrat aufzuräumen und sauber zu machen. Lustigerweise nimmt aber niemand dafür einen Besen in die Hand - dafür wird stundenlang mit dem Gartenschlauch gespritzt. Und wenn es dunkel wird geht man dann zum Strand.
Ob es am Amazonas abenteuerlicher ist? Wir fühlen uns jedenfalls wohl hier.
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